Was soll Imkerei am Beginn des 21. Jahrhunderts? Wir leben doch in einem Zeitalter der absoluten Konsumgesellschaft. Alles zum Leben „notwendige“ egal ob aus regionaler Herkunft oder um den halben Erdball gekarrt, ist doch im Supermarkt gleich nebenan zu haben. Oder worin soll der Beitrag der Imkerei für die Technik und Informationsgesellschaft bestehen?
Gigabyte – SMS – Megapixel und dergleichen sind doch die trendbestimmenden Diskussionsthemen und nicht das Hobby einer Gruppe verträumter Naturfreaks, die sich mit stechenden Plagegeistern die Zeit vertreiben. So oder so ähnlich mag sich mancher Mitbürger gedacht haben, wenn er von Bienen und Imkern gehört hat.
Und dennoch gibt es sie – die Imkerinnen und Imker. Wir sind zwar keine Massenbewegung, aber die Imker, gut organisiert im Imkerverein, konnten den Mitgliederstand im Laufe ihres mehr als 100 jährigen Bestandes mit kleineren Schwankungen halten. Imkerei ist eben mehr als z. B Modesportarten die „laufend kommen und langsam gehend“ wieder verschwinden.
Imkerei ist eine Lebensphilosophie.
Die Imkerei von heute hat sich völlig geänderten Voraussetzungen zu stellen.
Die Lebensgrundlagen unserer Bienen wurden durch neue Bewirtschaftungsformen in der Landwirtschaft grundlegend verändert. Konnten unsere Bienen bis vor einigen Jahren noch in einer Umwelt von blühenden Naturwiesen und Getreidefeldern mit einer Vielzahl an blühenden Kräutern ohne die Hilfe des Imkers überleben, bedarf es heute vieler, pflegender Eingriffe. Zusätzlich gefährdet das seuchenhafte Auftreten von Bienenkrankheiten aller Art, ganz massiv den Fortbestand der Imkerei.
Doch die Neumarkter Imkerinnen und Imker haben sich zur Bewältigung dieser Herausforderungen gut eingestellt.
Erfahrene Imker – Funktionäre unterstützen die Mitglieder bei der Lösung anstehender Fragen.
Bei Vereinsstammtischen und Vortragsveranstaltungen erhalten die Vereinsmitglieder die nötigen Informationen.
Der Imkerverein Neumarkt besteht zur Zeit aus 39 Mitgliedern. Zwei Imkerinnen und 37 Imker betreuen ca. 350 Bienenvölker.
Das Durchschnittsalter der Vereinsmitglieder beträgt 55 Jahre.
Es freut uns auch ganz besonders, dass mittlerweile 17 unterstützende Mitglieder durch ihre freiwilligen Spenden den Verein finanziell helfen.
Wir Imker sind bemüht, uns im Neumarkter Vereinsleben aktiv einzubringen und durch die Mitwirkung bei verschiedenen Veranstaltungen positive Akzente zu setzen.
Doch der wichtigste Beitrag den die Imker für das Allgemeinwohl erbringen begründet sich in dem Umstand, dass wir durch unsere Arbeit mit den Bienen und deren Bestäubungstätigkeit an den Nutz – und Ziergehölzern, für den Fortbestand der von uns allen so geliebten Kulturlandschaft sorgen.
IM Karl Fuchs